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Warum gibt es Frettchenhilfen?

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Warum gibt es Frettchenhilfen?

 

Häufig werden wir gefragt, warum es - neben all den anderen Tierschutzorganisationen - jetzt auch noch Frettchenhilfen geben muss...

Viele Leute wissen nicht, wie das Arbeitsfeld einer Frettchenhilfe gesteckt ist, was eine Frettchenhilfe täglich leistet und mit welchem Kostenvolumen sie es zu tun hat.

Frettchen sind in den letzten Jahren immer bekannter geworden. Vor 10 Jahren wusste kaum einer, was ein Frettchen ist. Durch Interesse des Fernsehens, durch Anbieten in Zoofachgeschäften, durch höheres Züchteraufkommen, durch das Internet... Wahrscheinlich war es ein Zusammenspiel vieler Faktoren, das dem Frettchen zu seinem jetzigen VIP-Status verhalf.

Doch so süß und tollpatschig Frettchen auch erscheinen, ihnen sitzt der Schalk im Nacken. Aber gerade dieses possierliche Äußere verleitet viele zu einer schnellen und unüberlegten Anschaffung. Uninformiert zum Frettchenhalter sind in den letzten Jahren sehr, sehr viele geworden. Schnell kann einem so ein Frettchen über den Kopf wachsen. Sie sind eben sehr speziell. Schnell muss Beratung her oder die Tiere müssen wieder weg...

Und bei diesem Kreislauf - Anschaffung, Überfordertsein, Beratung, Abgabe - kommt eine Frettchenhilfe ins Spiel.

Die Arbeit von Frettchenhilfen beginnt schon vor der Anschaffung durch Beratung, Information und Hilfestellung. Um vorzubeugen, dass sich Leute unüberlegt Frettchen anschaffen, sorgen Frettchenhilfen also für Aufklärungsarbeit, was zum größten Teil in Kooperation mit diversen Tierheimen und anderen Tierschutzorganisationen passiert. Durch gemeinsame Aktionen (z.B. Tage der offenen Tür in einem Tierheim) sollen interessierte Leute die Möglichkeit haben, sich an den Infoständen der Frettchenhilfen zu informieren. Wer sich an eine Frettchenhilfe - auch unabhängig von Aktionstagen - wendet, bekommt die richtigen Informationen, ohne, dass etwas "schön" geredet wird, er bekommt Hilfestellung, was zu beachten ist und wie man einen Käfig / ein Zimmer / ein Außengehege einrichten kann, er bekommt am praktischen Beispiel gezeigt, wie sich ein Zusammenleben mit Frettchen gestalten kann, was gefüttert werden muss, wie man eine bisher aussichtslos erscheinende Vergesellschaftung beurteilen sollte, bekommt Informationen über Tierärzte, die sich mit den Tieren auskennen und vieles mehr. Fast alle Frettchenhilfen haben einen Internetauftritt, wo sie sich, die Tiere Frettchen und ihre Arbeit vorstellen. Auch hier findet man wertvolle Informationen, die zunächst mühsam zusammengestellt, aufbereitet und aktualisiert werden müssen.

Frettchenhilfen nehmen in der Regel Frettchen auf, die aus den verschiedensten Gründen von anderen nicht mehr gewollt sind. Diese Gründe können sehr vielfältig sein. Von "einfach keinen Bock mehr auf die Tiere", Änderung der Lebenssituation, bis hin zu Todesfällen bei den Herrchen, kann das alles sein. Aber auch von Passanten aufgegriffene Fundfrettchen landen in Frettchenhilfen. Soll also ein Frettchen oder eine Frettchengruppe abgegeben werden, kann man sich an eine Frettchenhilfe wenden. Diese unterstützt entweder bei einer Direktvermittlung (dem Tier / den Tieren wird eine Zwischenstation in einer Pflegestelle erspart), in dem sie potentielle Interessenten weiterleitet, nimmt die Tiere auf, sofern nötige Kapazitäten frei sind oder aber nennt andere Frettchenhilfen, die evtl. in der Lage sind, dem Tier / den Tieren eine vorübergehende Unterkunft zu bieten bzw. einfach näher an dem jetzigen Halter dran sind.

Frettchenhilfen entlasten damit auch die Tierheime, die ohnehin - auch ohne Frettchen - schon eine Menge um die Ohren haben. Viele Tierheime kennen sich mit den besonderen Bedürfnissen von Frettchen nicht aus oder können ihnen schlichtweg keine Unterkunft stellen. Wohin auch mit den Frettchen? Ins Katzenhaus? Wohl kaum! Ins Kleintierhaus? Auf gar keinen Fall! Viele Tierheime sind den Frettchenhilfen sehr dankbar, dass sie diesen speziellen Lebewesen eine Unterkunft bieten können und geben sie gerne weiter.

In den Frettchenhilfen sitzen die unterschiedlichsten Charaktere. Bissige, aggressive, verängstigte, misshandelte und gequälte Tiere genauso wie liebe, verschmuste, gut stubenreine und aufgeschlossene Frettchen (wobei das eine das andere nicht unbedingt ausschließt), die alle eine neue Chance verdient haben. Auch das Vorurteil, dass Frettchenhilfen nur ältere Tiere haben, können wir nicht bestätigen. Gerade in der Welpensaison sitzen auch die Frettchenhilfen voller Jungtiere, die an so kleinem Leib schon erfahren müssen, wie es ist, nicht mehr gewollt zu sein. Da jede Frettchenhilfe der Meinung ist, dass zu jedem Topf ein Deckel passt, wird der neue Halter gut ausgesucht. Beispielsweise werden einem Anfänger von einer Frettchenhilfe niemals bissige Tiere vermittelt und einem Halter mit einem Welpen niemals ein Seniorenfrettchen. Zwar sind Frettchenhilfen mit jeder Vermittlung entlastet, aber das ist nicht das eigentliche Ziel. Das eigentliche Ziel einer Frettchenvermittlung ist eine aus heutiger Sicht dauerhafte Vermittlung des Tieres / der Tiere, ein sorgenfreies Leben seiner Schützlinge und das Gefühl, dass es den Tieren in ihrem neuen Zuhause gut geht. Aus diesen Gründen wird auch einmal von einer Vermittlung abgesehen. Von daher sucht man - analog eines Puzzelspiels - die passenden Komponenten. Frettchen, aber auch Halter sollen ja zufrieden sein.

All diese Tiere wollen auch versorgt werden. Futter, Frischfutter, Wasser, Kuscheltücher waschen + wechseln, Klos saubermachen, die Unterbringung putzen usw. gehören genauso dazu, wie mit dem Frettchen zum Tierarzt zu gehen, lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen und teure Behandlungen bezahlen zu müssen, aber auch mit den Tieren zu arbeiten (Bissigkeit abgewöhnen, Stubenreinheit trainieren etc.) und sie zu resozialisieren, falls nötig.

Die dabei entstehenden teilweise enormen Kosten können kaum von einer Privatperson finanziert werden. Schnell kommen hohe Beträge zusammen.

Die Vorteile einer Frettchenhilfe liegen daher klar auf der Hand:

  • Finanzierung
    Nicht ein einzelner muss all die anfallenden Kosten tragen. Ein Tierschutzverein finanziert sich größtenteils aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden, die eine Privatperson gar nicht annehmen darf.

     
  • Teamwork
    Nicht ein einzelner muss all die beschriebenen Tätigkeiten und Funktionen erfüllen, sondern das Team teilt sich die Arbeit, steht füreinander ein und motiviert sich, wenn es mal nicht so rund läuft. Der Rückhalt ist groß.

Das Arbeitsfeld einer Frettchenhilfe ist also weit gesteckt.

Die aktiven Mitglieder der Frettchen-Hilfe Rhein-Main e.V. gehören - wie fast alle anderen aktiven Mitglieder anderer Frettchenhilfen - zur arbeitenden Bevölkerung und können aufgrund dessen nur in ihrer Freizeit helfen. Dieser Zeitrahmen ist meistens begrenzt. In dieser Zeit müssen all die oben stehenden Punkte passieren. Wenn Ihr also anruft und wir gehen nicht gleich ans Telefon, steht Euch ein Anrufbeantworter zur Verfügung, auf dem Ihr Eure Festnetznummer hinterlassen könnt. Wir melden uns oder versucht es doch einfach später noch einmal. Solltet Ihr nicht binnen weniger Stunden Antwort auf Euer Mail bekommen, geduldet Euch, eine Antwort wird kommen.

Für allgemeine Fragen steht auch unser Forum zur Verfügung. Hier können Fragen zu den unterschiedlichsten Kategorien gestellt werden, die von einer Vielzahl von Usern beantwortet werden. Wir versuchen zu helfen, wo es geht, bitten aber auch um Verständnis, wenn es einmal zu Wartezeiten kommen sollte.